DEINE SEXUELLE GESUNDHEIT AUF SOCIAL MEDIA
Ist dein Feed eine Green oder Red Flag?
DAS WICHTIGSTE ZUERST
- Viele Inhalte auf Social Media drehen sich um Sexualität, Körper und Beziehungen – aber nicht alle hinterlassen ein gutes Gefühl.
- Dein Social Media Feed sollte dich stärken, informieren und selbstbewusst machen – das unterstützt dein Körpergefühl und deine sexuelle Gesundheit.
- Influencer:innen verdienen oft Geld mit Werbung und Marken-Kooperationen – prüfe, ob Inhalte ehrlich, hilfreich und unabhängig sind.
- Du kannst deinen Feed checken! Mit dem Gefühlscheck, Faktencheck und Diversity-Check erkennst du, ob Infos vertrauenswürdig sind.
- Du hast es in der Hand und entscheidest selbst, wem du folgst und welche sexuellen Inhalte du an dich heranlässt.
ALLE INFOS AUF EINEN KLICK
WAS MACHT SOCIAL MEDIA MIT UNS?
Dein Social-Media-Feed begleitet dich jeden Tag – beim Aufstehen, in der Pause, vor dem Einschlafen. Viele Beiträge zeigen scheinbar perfekte Körper, Beziehungen oder Lebensstile. Das kann inspirierend sein, aber auch Druck erzeugen, wenn du beginnst, dich zu vergleichen oder das Gefühl hast, nicht zu genügen. Gerade bei Themen wie Sexualität, Körper und Beziehungen beeinflusst Social Media, wie du dich selbst siehst und was du über Sexualität denkst. Einseitige oder falsche Inhalte können dein Körpergefühl und Selbstvertrauen schwächen, während ehrliche und vielfältige Inhalte dich darin bestärken, dich selbst zu akzeptieren und offen und informiert über deine Sexualität zu sprechen.
GESUNDHEITSINFOS IN DEINEM FEED?
Gesundheitsinfos auf Social Media sind oft leicht verständlich und unterhaltsam – aber nicht immer korrekt. Viele sexualpädagogische Beiträge stammen von Laien, also von Menschen ohne Fachwissen. Das ist problematisch, weil falsche Informationen über Verhütung, Körper oder Sexualität zu Unsicherheit führen können oder zu Entscheidungen, die dir später nicht gut tun. Manchmal kann es empowern, wenn „ganz normale Menschen“ auf Social Media von ihren sexuellen Erfahrungen oder ihrem Körper sprechen und gute Tipps haben, wie es einem gut geht mit der eigenen Sexualität. Doch jeder Körper ist unterschiedlich und Gesundheit und Sexualität oft sehr vielseitig. Deswegen gibt es eine ganze Reihe an Ausbildungen und Gesundheitsberufen die Menschen mit komplexem Fachwissen ausstatten, damit sie gut informierte Ratschläge geben können.
Hinterfrage doch beim nächsten Posting, das dir etwas über Sex oder deinen Körper erzählt: Woher weiß die Person das? Hat die Person eine Fachausbildung oder spricht sie als Laie? Wenn du dich selbst regelmäßig fragst, ob dich Inhalte bestärken oder verunsichern, schützt du nicht nur dein psychisches Wohlbefinden, sondern auch deine sexuelle Gesundheit.
Jugendliche haben gemeinsam mit dem Frauengesundheitszentrum Graz, im Projekt girlspirit, drei einfache Schritte erarbeitet, wie du deinen Social Media Feed checken kannst:
DER 3-STUFEN-CHECK: GEFÜHL, FAKTEN, DIVERSITY
1. GEFÜHLSCHECK – #gutesBauchgefühl
Prüfe, wie du dich nach dem Anschauen eines Beitrags fühlst. Eine gute Info macht keine Angst, verharmlost nichts, denn sie bestärkt und informiert dich Wenn du dich stattdessen unter Druck gesetzt fühlst, ist das ein Zeichen, Abstand zu nehmen. Dein Social Media Feed soll dir ein positives Bauchgefühl geben – such dir den Content aus, der dir ein gutes Gefühl gibt. Denn damit stärkst du dein Vertrauen in dich selbst – und damit auch deine Fähigkeit, über deinen Körper und deine Sexualität selbstbestimmt zu entscheiden.
2. FAKTENCHECK – #unabhängig #verlässlich #aktuell
Verlässliche Informationen sind die Grundlage für sexuelle Gesundheit. Achte darauf, ob angegeben ist, woher das Wissen stammt, wie aktuell es ist und ob jemand Werbung damit macht. Verdient jemand Geld mit dem Beitrag und wie? Oder erzählt jemand einen alten Mythos, den schon deine Oma als falsch entlarvt hat? Hinterfrage, ob Gesundheitsprodukte von bezahlten Markenkooperationen wirklich so gut sind, wie sie angepriesen werden. Je klarer du erkennst, ob Inhalte unabhängig sind, desto leichter kannst du sie einordnen.
3. DIVERSITY-CHECK – #passtzumir #vielfältig #meineEntscheidung
Sexualität ist vielfältig – niemand ist gleich, und das ist gut so. Achte darauf, ob Beiträge verschiedene Körperformen, Geschlechtsidentitäten, Lebensweisen und Erfahrungen zeigen. Wird vermittelt was „normal“ ist und was nicht – oder werden verschiedene Facetten präsentiert? Wenn du dich in den Inhalten wiederfindest, stärkt das dein Selbstbild und zeigt dir, dass deine Art zu leben und zu fühlen in Ordnung ist. So förderst du ein gesundes Verhältnis zu dir selbst und zu deiner Sexualität.
KANN ICH MEINEN INFORMATIONSQUELLEN VERTRAUEN?
Die eigene Sexualität ist individuell und wird von vielen Faktoren beeinflusst – körperlich, emotional und sozial. Darum ist es wichtig, Informationen von vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen. Wenn du dich fragst, ob jemand wirklich Bescheid weiß, schau nach: Hat die Person Fachwissen? Gibt sie Quellen an? Hat sie eine Ausbildung im Bereich Sexualpädagogik oder Gesundheit? Je sicherer du weißt, dass die Infos fundiert sind, desto stärker kannst du dein eigenes Wissen über deine Sexualität darauf aufbauen. So schützt du dich vor Mythen und kannst sicherer mit Entscheidungen rund um Körper, Verhütung und Beziehungen umgehen.
GOOD TO FOLLOW – EMPFOHLENE ACCOUNTS
Ein gesunder Feed kann deine Einstellung zu Körper, Sexualität und Beziehungen positiv beeinflussen. Wenn du Accounts folgst, die aufklären, respektvoll kommunizieren und Vielfalt zeigen, stärkst du dein Selbstbild und deine sexuelle Gesundheit. Diese Accounts fördern Wissen, Selbstakzeptanz und offene Gespräche – wichtige Grundlagen für Wohlbefinden und Selbstbestimmung.
- @liebesleben_de – offizielle Sexualaufklärungskampagne mit Infos zu Sex, Körper & Verhütung
- @maedelsabende – ehrliche und offene Einblicke in Frauenthemen
- @pinkstinks_de – gegen Sexismus und für Vielfalt in Medien
- @girlspirit_project – Videos mit Gefühls-, Fakten- und Diversity-Check
- @kritische_maennlichkeit und @echte_maenner_reden – über Männlichkeitsbilder und Gefühle
- @professor_neil – erklärt Sexualität verständlich und humorvoll
- @femisto – über Männlichkeit und Feminismus
BEGRIFFE ERKLÄRT
Green Flag: Ein positives Zeichen für Respekt, Offenheit und gesunde Kommunikation – auch online.
Gefühlscheck: Frage dich: Wie fühle ich mich nach diesem Beitrag? Ruhe und Sicherheit sind gute Signale.
Faktencheck: Überprüfe, ob Inhalte auf echten Daten oder Fachwissen beruhen. Das schützt vor Fehlinformation und Sex-Mythen.
Diversity-Check: Erkenne, ob verschiedene Perspektiven und Körperbilder gezeigt werden, oder ob nur eine ausgrenzende „Normalität“ sichtbar ist.
Feed: Alles, was du online siehst – Texte, Videos oder Bilder, die deine Wahrnehmung beeinflussen können.
Laie: Jemand der auf einem bestimmten Gebiet oder zu einem Thema kein Fachwissen und keine Fachkenntnisse hat.
ANLAUFSTELLEN
Wenn Social Media dich verunsichert oder dir ein schlechtes Körpergefühl gibt, ist es wichtig, darüber zu sprechen. Vertraue dich jemandem an: einer Freundin, einem Freund, einer Bezugsperson in der Schule oder einem Jugendzentrum, oder deinen Eltern. Gemeinsam könnt ihr besser verstehen, wie du mit Social Media und deiner Sexualität gut umgehen kannst. Es zeigt Stärke, sich Unterstützung zu holen, wenn etwas belastet. Ein Gespräch kann helfen, wieder Klarheit zu gewinnen und einen gesünderen Umgang mit Social Media, Körperbildern und Sexualität zu finden. Auch gibt es in der Steiermark verschiedene Anlaufstellen, die dir weiterhelfen können – mit guten Infos und Beratungen vor Ort oder online.
Intimsache auf Social Media
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