SEXTING UND DICKPICS
DAS WICHTIGSTE ZUERST
- Sexting bedeutet, erotische oder sexuelle Inhalte digital zu verschicken – zum Beispiel Nachrichten, Fotos oder Videos.
- In Österreich ist Sexting ab 14 Jahren erlaubt, wenn alle Beteiligten freiwillig zustimmen und die Inhalte privat bleiben.
- Unaufgefordert verschickte Genitalbilder (z.B. sogenannte „Dickpics“) sind seit 2025 strafbar.
- Intime Aufnahmen dürfen niemals ohne Zustimmung weitergeleitet oder veröffentlicht werden.
- Sexting kann Teil des Online-Datings sein, eine intime Verbindung herstellen und das gegenseitige Vertrauen stärken.
- Wenn dein Vertrauen missbraucht wird, deine Bilder z.B. weitergeschickt werden, kannst du dich wehren und Hilfe holen.
ALLE INFOS AUF EINEN KLICK
WAS IST SEXTING?
Sexting setzt sich aus den Wörtern „Sex“ und „Texting“ zusammen und bezeichnet das Versenden oder Tauschen von erotischen Nachrichten, Fotos oder Videos über digitale Medien. Für viele ist es ein Ausdruck von Vertrauen oder Zuneigung und ein Weg, Nähe und Intimität auch online zu zeigen. Wichtig ist aber, dass Sexting immer freiwillig passiert. Ohne Einverständnis ist es keine Form von Nähe, sondern eine Grenzüberschreitung. Ob dein Gegenüber oder du selbst damit einverstanden sind kann sich auch jederzeit ändern. Kommuniziere klar, wenn du keine intimen Inhalte mehr erhalten möchtest und achte darauf, ob dein Gegenüber weiterhin einverstanden ist, bevor du etwas sendest.
Sexting kann aufregend sein, birgt aber auch Risiken: Wenn Bilder weitergeleitet oder öffentlich gemacht werden, kann das sehr verletzend sein. Deshalb gilt: Überlege dir gut, wem du intime Inhalte anvertraust, und sprich offen mit deinem Gegenüber über Regeln und Grenzen.
Männlichkeit ist also nichts Starres. Sie verändert sich – und du kannst entscheiden, was davon zu dir passt.
Das Video “Der Männercoach” schaut mit einem Augenzwinkern auf männliche Rollenbilder und sagt: Lass dir nix vormachen. Es gibt dich nur einmal. Lass dich nicht in irgendwelche Rollen reinzwängen! Schau rein:
SEXTING – ERLAUBT ODER VERBOTEN?
In Österreich ist Sexting zwischen Jugendlichen ab 14 Jahren erlaubt, solange es freiwillig ist, alle Beteiligten damit einverstanden sind und die Inhalte nicht an Dritte oder Andere weitergegeben werden. Das bedeutet: Wenn du und dein:e Freund:in freiwillig Nacktbilder austauscht, ist das nicht strafbar – solange ihr beide über 14 seid und die Bilder privat (bei euch und für euch) bleiben.
Sobald ein Foto ohne Zustimmung weitergeleitet oder wem anderen gezeigt wird, gilt das jedoch als sexualisierte Gewalt und kann strafrechtliche Folgen haben. Auch der Besitz oder die Weitergabe pornografischer Inhalte von Personen unter 18 Jahren ist verboten. Deshalb ist es wichtig, immer klar zu kommunizieren, was dein Gegenüber mit den Inhalten, die du geschickt hast, machen darf und was nicht. Achte auch du darauf sexuelle Inhalte anderer privat zu halten, denn es kann andere verletzen und strafrechtliche Konsequenzen haben.
Abläufe und Rollen, die wir schon lange kennen, können zu einem Muster werden und uns prägen, ohne dass wir es merken. Manchmal übernehmen wir diese Rollen später automatisch, obwohl wir uns eigentlich etwas anderes wünschen. Deshalb ist es wichtig zu checken: Welche Vorstellungen habe ich übernommen, und will ich damit wirklich so weiterleben?
WAS IST SAFER SEXTING?
Safer Sexting bedeutet, bewusst und sicher mit intimen digitalen Inhalten umzugehen. Wenn du Nacktfotos verschickst, achte darauf, dass du auf den Bildern nicht eindeutig zu erkennen bist. Verdecke dein Gesicht und vermeide Details wie spezielle Körpermerkmale, Tattoos oder Schmuck, an denen man dich eindeutig erkennen könnte. Speichere die Fotos sicher (mit hohem Passwortschutz oder auf einer externen Festplatte) und nicht in einer offenen Cloud oder auf Plattformen, die leicht gehackt werden können. Lösche intime Aufnahmen regelmäßig – vor allem nach einer Trennung.
Wichtig ist auch, dass alle Beteiligten einverstanden sind und sich gegenseitig respektieren. Sexting soll Spaß machen, aber nie Druck oder Angst auslösen.
WAS IST DAS SOGENANNTE „DICKPIC-VERBOT“ UND WARUM IST ES STRAFBAR?
Seit Juli 2025 gibt es in Österreich einen neuen Abschnitt im Gesetz, das den unaufgeforderten Versand von Genitalbildern unter Strafe stellt. Wer also absichtlich und ohne Zustimmung einer anderen Person sogenannte „Dickpics“ (Penisbilder) schickt, macht sich strafbar. Obwohl das Gesetz oft „Dickpic-Verbot“ genannt wird gilt es genauso für Vulven und alle primären Geschlechtsorgane von Menschen. Es gilt für echte, bearbeitete oder künstlich erstellte Bilder, die primäre Geschlechtsorgane zeigen – Brüste fallen nicht unter diese Regelung.
Die gesetzliche Grundlage ist bei §218 im Strafgesetzbuch („Sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen“) zu finden. Neu ist hier ab Juli 2025 der Abschnitt 1b. Dort steht:
„Ebenso ist zu bestrafen, wer eine andere Person belästigt, indem er ihr im Wege einer Telekommunikation oder unter Verwendung eines Computersystems eine Bildaufnahme, die wesentlich menschliche Genitalien zeigt, eine vergleichbare bearbeitete Bildaufnahme oder vergleichbares künstlich erstelltes Material unaufgefordert und absichtlich übermittelt.“
Die Strafe kann bis zu sechs Monate Freiheitsentzug betragen. Auch kann eine Verurteilung im Strafregister eingetragen werden, das kann große Nachteile bei der späteren Jobsuche haben. Dieses Gesetz schützt dich und andere davor, unerwartet und ungewollt sexuelle Inhalte zu bekommen – online, per Messenger, Bluetooth oder über andere Dienste wie AirDrop.
WAS TUN, WENN MEIN BILD WEITERGELEITET WIRD?
Wenn ein intimes Bild von dir ohne deine Zustimmung geteilt wurde, ist das eine Verletzung deines Rechts auf Privatsphäre. Das Wichtigste: Du bist nicht schuld. Suche dir Unterstützung – sprich mit einer vertrauten Person, etwa Freund:innen, Familie oder einer Lehrkraft. Melde die betroffenen Bilder bei der Plattform, auf der sie veröffentlicht wurden, und verlange ihre Löschung. Du kannst außerdem Anzeige bei der Polizei erstatten oder dich an spezialisierte Beratungsstellen wenden (unter dem Beitrag findest du hilfreiche Links).
Auch wenn es sich schwer anfühlen kann: Du kannst und darfst aktiv werden, um dich zu schützen. Wenn du mitbekommst – z.B. in einem Gruppenchat – dass sexuelle Inhalte von anderen weitergeleitet wurden, kannst du aktiv werden. Du kannst die betroffene Person selbst unterstützen und ihr beistehen oder sie zu einer Beratungsstelle begleiten. Du kannst auch selbst deine Beobachtung melden – einer erwachsenen Bezugsperson, einer Beratungsstelle oder der Polizei. Hiermit zeigst du Zivilcourage und bist mutig, weil du für andere und ihre Rechte einstehst.
TAKE IT DOWN – HILFE BEI UNGEWOLLTEN NACKTFOTOS
Der Service Take It Down ist eine weitere Möglichkeit, die du nutzen kannst, wenn Nacktbilder oder intime Aufnahmen von dir ungewollt online aufgetaucht sind. Dieses kostenlose Programm hilft dabei, Nackt-, Teilnackt- oder freizügige Fotos und Videos zu löschen, die von dir stammen, als du unter 18 Jahre alt warst.
Das Besondere: Du kannst es anonym nutzen und dein Bild wird nicht gespeichert. Stattdessen wird aus deinem Foto ein sogenannter digitaler Fingerabdruck (Hash-Wert) erstellt. Plattformen, die mit Take It Down zusammenarbeiten, erkennen diesen Hash-Wert und entfernen die betroffenen Inhalte von ihren Seiten. So kannst du anonym aktiv etwas tun, ohne dein Bild weiterzugeben.
Warum das wichtig ist: Wenn eigene Nacktbilder weitergegeben werden kann das dein Vertrauen in andere und auch in dich selbst stark erschüttern. Wenn du aber weißt, dass du handeln kannst, gewinnst du wieder Kontrolle – über deine Bilder, deinen Körper und deine sexuelle Selbstbestimmung. Es zeigt Stärke, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen und Hilfe anzunehmen.
Eine fürsorgliche Art von Männlichkeit stärkt dein Selbstwertgefühl, deine Beziehungsfähigkeit und deine sexuelle Selbstsicherheit. Sie macht Sexualität entspannter und selbstbestimmter, weil sie nicht von Druck, sondern von Vertrauen getragen ist.
Sexuelle Gesundheit ist mehr als Verhütung oder Fortpflanzung. Sie bedeutet, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, Grenzen zu respektieren und Wünsche offen ansprechen zu können. Wenn du achtsam mit dir umgehst, erkennst du auch besser, was dir guttut und was nicht.
TIPPS FÜR DEN SICHEREN UMGANG
- Verschicke nur Fotos, die du notfalls auch posten würdest.
- Tausche nur mit vertrauenswürdigen Personen Inhalte aus.
- Vermeide es dein Gesicht und identifizierbare Merkmale zu zeigen.
- Wähle neutrale Hintergründe.
- Schicke niemals etwas, das du eigentlich nicht willst – auch nicht aus Druck oder Angst.
- Achte auf gegenseitigen Respekt – Sexting ist nur sexy, wenn beide es wirklich wollen.
- Lösche erotische Nachrichten regelmäßig, damit sie nicht in falsche Hände geraten.
- Wenn du dich unwohl fühlst, brich den Kontakt ab und such dir Unterstützung.
- Denke daran: Kein Bild ist es wert, dass du dich schlecht fühlst.
BEGRIFFE ERKLÄRT
Sexting: Austausch von erotischen Nachrichten, Fotos oder Videos über digitale Medien.
Safer Sexting: Sicherer Umgang mit intimen digitalen Inhalten – anonym bleiben, nichts speichern oder teilen, was später Probleme bereiten könnte.
Dickpic-Verbot: Unaufgefordert verschicktes Bild männlicher Genitalien – in Österreich seit 2025 strafbar. Das Gesetz gilt aber auch für Vulven und für Bilder und Videos aller menschlichen Genitalien.
- 218 StGB: Paragraph des Strafgesetzbuchs, der sexuelle Belästigung – auch durch digitale Bilder – unter Strafe stellt.
Sextortion: Erpressung mit intimen Bildern – wenn jemand droht, Nacktfotos zu veröffentlichen, um etwas zu erzwingen.
ANLAUFSTELLEN
Wenn du merkst, dass du dich wegen Sexting, Nacktbildern oder Dickpics unwohl fühlst oder unter Druck gesetzt wirst, bist du nicht allein. Sprich mit einer Person, der du vertraust – Freund:innen, Eltern, Lehrkräfte oder Beratungsstellen. Auch wenn du glaubst, selbst etwas falsch gemacht zu haben: Du hast ein Recht auf Schutz und Unterstützung.
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